Die Photovoltaik-Branche erlebt 2026 eine Zeitenwende. Erstmals seit zwei Jahrzehnten zeichnet sich ein Rückgang der weltweiten Neuinstallationen ab – doch dieser Moment ist nicht als Krise misszuverstehen, sondern markiert den Übergang von der Wachstums- zur Wertschöpfungsphase .
Globale Marktentwicklung: Erstmaliger Rückgang
Für 2026 prognostizieren Analysten einen leichten Rückgang der globalen PV-Neuinstallationen auf 500 bis 667 Gigawatt – die erste negative Wachstumsrate seit der Jahrtausendwende . Bloomberg New Energy Forecast erwartet 648 Gigawatt und spricht vom möglichen Ende des „Photovoltaik-Hype-Wachstums“ . Hauptgründe sind politische Unsicherheiten, Netzengpässe und Marktsättigungseffekte in China .
Deutschland: Normalisierung nach Boomjahren
„Ich gehe von einem normalen Jahr 2026 aus“, sagt Peter Knuth, Vorsitzender des Bundesverbandes des Solarhandwerks. „Wir können jetzt nicht mehr von den Absatzzahlen der Boomjahre ausgehen“ . Besonders deutlich ist der Rückgang im Einfamilienhaus-Segment: Der Zubau lag 2025 rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau .
Neue Treiber: Wärmepumpe, Energy-Sharing und bidirektionales Laden
Die Kopplung mit Wärmepumpen gewinnt rasant an Bedeutung – der Absatz stieg 2025 um 55 Prozent . Wer seine Heizung ersetzt, entscheidet sich fast immer auch für Photovoltaik .
Ab Mitte 2026 kommt Energy-Sharing nach Deutschland: Überschüssiger Solarstrom kann dann mit Nachbarn zu selbst bestimmten Preisen geteilt werden . Ebenfalls neu: Elektroautos werden rechtlich als Speicher anerkannt, Netzentgelte beim Laden und Rückspeisen entfallen – bidirektionales Laden wird endlich Realität .
Technologie und Wirtschaftlichkeit
Nahezu keine neue PV-Anlage wird 2026 noch ohne Speicher verkauft . Damit lässt sich der Eigenverbrauch von etwa 30 Prozent auf über 60 Prozent steigern . Die Amortisationszeit liegt weiterhin bei attraktiven 8 bis 12 Jahren .
Ab 1. April 2026 streicht China die Exportvergünstigungen für Solarmodule – es wird mit Preissteigerungen gerechnet . Die EEG-Einspeisevergütung für Neuanlagen endet voraussichtlich zum 1. Januar 2027, was 2026 zu Vorzieheffekten führen dürfte .
Fazit
Photovoltaik bleibt 2026 eine gute Wahl. Wer jetzt investiert, profitiert von historisch niedrigen Modulpreisen (bis April), steigenden Eigenverbrauchsanteilen und wachsender Unabhängigkeit. Knuths Rat: „Keine Angst vor der Zukunft haben und lieber jetzt investieren, als später bereuen“